Was Wo Wie? Ich bin Innenarchitektin aus Melbourne, Australien. Hier in Berlin arbeite ich in der Galerie5213. Besonders interessieren mich die kuratorische Arbeit, Ausstellungsdesign, Kunst, Philosophie und natürlich auch Qualitäten und Möglichkeiten, die ‚interior’ und ‚space’ haben und bieten können. In einer Galerie zu arbeiten bietet mir die Möglichkeit, diese Ideen in einem offenen und fruchtvollem Umfeld durchzuspielen und durchzudenken, sowie auch in die Kunst und Ideenwelten anderer einzutauchen, immer sehr wichtig!
Ich habe auch gerade begonnen einen Blog als Plattform zu nutzen, um Sachen aus meinem Leben und die mich interessieren zu sammeln. Er ist komplett offen und flexibel für Änderungen. Außerdem baue ich gerade eine Webseite auf, die mehr mit Design und meiner Tätigkeit als Designer zu tun hat, im Gegensatz zum Blog, welcher die Welt durch meine Augen zeigt. Die Gegensätzlichkeit der beiden wird sicher interessant sein.
Seit wann in Berlin? Ich bin im Sommer 2008 nach Berlin gezogen.
Warum in Berlin? Weil mein Freund, den ich vor ein paar Jahren in Kopenhagen kennen gelernt habe, Deutscher ist. Er ist nach Melbourne gezogen während ich mein Studium fertig gemacht und zu arbeiten angefangen habe. Nun ist es an der Zeit, dass ich mich revanchiere, da er im Moment sein Studium fertig macht.
Melbourne und Berlin haben beide im Hinblick auf Architektur, Kunst, Design, Fashion und Musik eine Menge zu bieten. Es war also schon immer eine Idee, eines Tages in diesen Städten zu wohnen.
Liebster Ort in Berlin: tags? Ein Nachmittag am See im Sommer oder Picknick im Friedrichshain Park. Flohmarkt, Wochenmarkt und Open Air Konzerte. Im Winter flüchte ich in Museen und Galerien. Kaffee und Kuchen ist auch immer eine gute Idee um warm zu bleiben oder ich durchwühle Vintage- und Secondhand-Shops.
Liebster Ort in Berlin: nachts? Um die Straßen Berlins zu ziehen ist immer ein kulturelles Abenteuer und bietet jede Menge Einblick in die Stadt mit ihren Verbindungen und Gegensätzen. Ich bin viel in Kreuzberg und Friedrichshain aber auch in Neukölln, Prenzlauer Berg, Mitte, Wedding und Moabit unterwegs. Die Mischung aus Menschen, Architektur, Street Art, verlassenen, behelfsmäßigen und bebauten Flächen, Grün, Straßenpflaster, Panorama und Ausblick ist sehr interessant. Ich liebe es verlassene Orte zu finden, die oft interessante Perspektiven auf die Stadt liefern. Zum einen mit Ausblicken aber auch mit Aufbau, Textur, Fauna etc. Und es gibt immer noch so viele von diesen geheimen Zufluchtsorten überall in der Stadt.
Was geht nur in Berlin? Berlin ist eine beeindruckende Stadt, die unglaublich offen, tolerant, demokratisch und bescheiden ist und ich hoffe, dass es sich diesen Charakter bewahren kann. Es scheint weniger vom Geld als von Ideen und Kreativität bestimmt zu sein (aber ich denke dass sich dies auch langsam ändert). Die Leute hier sind bereit, für ihre Rechte zu kämpfen und ihre Gedanken offen auszusprechen. Das ist in Melbourne leider nicht so verbreitet. Außerdem gibt es hier eine große Menge an Selbstdarstellung, von Street Art und Graffiti, über Proteste, Demonstrationen und Krawallen bis zu dem, wie sich die Leute kleiden. Das Leben ist nicht so gemäßigt hier und du spürst, dass erlaubt ist was gefällt. Aber Berlin ist auch angreifbar, weil mehr Menschen hier investieren und es ändern wollen. Berlin ist anfällig für schlechte Entscheidungen und schlechtes Design (z.B. wenn die Stadt es sich nicht leisten kann gute Architekten, Städteplaner und Designer zu beschäftigen), was es irgendwann einmal bereuen wird (wie die o2 Arena, Mediaspree). Es wäre eine Schande, wenn Investitionen ein Ende der Freiheit und Unberührtheit, die Berlin ausmachen, herbeiführen würden.
Was geht gar nicht in Berlin? Der Strand!! Wenn Berlin in der Nähe des Strandes und vielleicht ein bisschen wärmer wäre würde es verdammt schwer sein, einen Grund zu finden von hier wieder fortzugehen (ok, natürlich abgesehen von Familie und Herkunft).
Was macht die Kunst? Ich bin intensiv interessiert an Städten, ‚city as interior’, ‚city as spaces’ an sich. Aber auch wie wir sie bewohnen, die Beziehung, die sich zwischen uns und dem Ort entwickelt. Es sind diese Beziehungen, diese Situationen und Erfahrungen, die für mich am interessantesten und wichtigsten sind. Das war auch mein Hauptaugenmerk und das Faszinierende für mich bei meinem Studium in Melbourne. Meine Beobachtungen habe ich hier fortgesetzt. Es ist vielleicht auch ein Weg des Sehens und Denkens für mich, mehr noch als ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten.
Dein Mojo? Eine neue Sprache zu lernen, neue Leute zu treffen und neue Möglichkeiten zu finden. Ich fühle mich hier einerseits sesshaft, aber andererseits fühlt sich immer noch alles sehr rau und neu an. Ich denke dies ist eine gute Mischung und ein guter Ort im Moment.
Und was muss sonst noch unbedingt gesagt werden? Hi Susanna!
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